zu weitergehenden Informationen siehe Coronavirus und Reiserücktritt

RA Raters, Hamburg, 16.03.2020

Das Corona-Virus sorgt dafür, dass das Leben in Deutschland auf den Kopf gestellt wird. Die Frühjahrs- bzw. Osterferien stehen vor der Tür, die erste große Reisewelle sollte starten und gefühlt geht nichts mehr.

Individualreise

Wurde ein Hotel gebucht und Nutzung ist aufgrund einer Einreise-, oder Gebietssperre nicht möglich, muss m.E. nach in Deutschland geltenden Gesetzen nicht für das Hotel bezahlt werden. Denn für höhere Gewalt, Katastrophen oder Streiks ist der Mieter nicht verantwortlich und muss dann auch nichts bezahlen.

Pauschalreise

Hier sieht § 651 h Abs. 3 BGB vor, dass Reisende kostenfrei stornieren können, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigen. M.E. dürfte dies bei den durch das Corona-Virus hervorgerufenen Beeinträchtigungen gelten. Diese sind nicht durch eine der am Reisevertrag beteiligten Parteien zu kontrollieren und hätten sich auch dann nicht vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen wurden, wie es § 651h Abs. 3 BGB weiter vorschreibt.

Rücktrittserklärung:

wie muss ich den Rücktritt abfassen?

ist formfrei möglich und wirksam. Die Rücktrittserklärung kann also mündlich (am Telefon), schriftlich, elektronisch per E-Mail erfolgen. Gründe für den Rücktritt müssen nicht angegeben werden. M.E. ist es aber empfehlenswert, sich auf die Corona-Pandemie zu berufen und hierfür auch die Berichte und die angeordneten Maßnahmen zu sammeln, damit man im Zweifel belegen kann, dass der Rücktritt aufgrund von unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen erfolgte.

Der Rücktritt muss dem Reiseveranstalter zugehen, erst dann ist er wirksam erklärt worden. Da Sie als Reisender im Zweifel den Rücktritt beweisen müssen, empfehle ich, dies in nachweisbarer Schrift-, oder Textform zu tun, also am besten vorab per E-Mail und mit Einwurf-Einschreiben hinterher.

Die Rücktrittserklärung muss deutlich zum Ausdruck bringen, dass man als Reisender nicht am Vertrag festhalten will. Achtung, ein Umbuchungswunsch ist kein Rücktritt!

Wer ist Adressat der Rücktrittserklärung?

Natürlich der Reiseveranstalter, aber auch dessen empfangszuständige Personen, wozu auch das Reisebüro gehört, welches die Buchung des Reisenden als Reisevermittler entgegennimmt.

Zeitpunkt des Rücktritts

§ 651 h setzt einen wirksam abgeschlossenen Reisevertrag voraus und spricht von Rücktritt vor Reisebeginn.