Kosten der anwaltlichen Tätigkeit

Der anwaltliche Rat oder die anwaltliche Vertretung vor Gericht sind Dienstleistungen. Genau, wie Angestellte oder Handwerker, verdienen Anwälte und Anwältinnen damit ihren Lebensunterhalt. 

Die Höhe der Anwaltsgebühren wird häufig überschätzt. Der Zeitaufwand für die Mandatsbearbeitung dagegen häufig unterschätzt. 

Lohnt es sich, Geld für anwaltliche Beratung auszugeben?

 

Als Jurist lautet meine klare Antwort darauf:

  • es kommt darauf an …

Worauf denn? fragen Sie jetzt mit Recht.

  • Als erstes darauf, ob Sie sich selber genauso gut helfen können, wie ein Anwalt. Ich kann mit Schraubenschlüsseln und Schraubenzieher umgehen, traue mir aber nicht zu, mein Auto selber zu reparieren. Wissen Sie nicht, wie es geht, wäre in den meisten Fällen anwaltliche Hilfe angeraten.
  • Ein guter Vertrag schützt vor Kosten, auch wenn er zunächst kostet. Klare Regelungen führen viel seltener zu Streitigkeiten.
  • Viele Mandanten berichten mir, dass es für sie eine große Erleichterung war, mit dem rechtlichen Problem nicht mehr alleine dazustehen und es abgeben zu können. Die Bearbeitung in fachlich guten Händen zu wissen, Hilfe zu bekommen und die Verantwortung nicht mehr alleine tragen zu müssen, zu wissen, dass sich jemand kompetent kümmert, war vielen das Anwaltshonorar wert, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.

Erstattungsmöglichkeiten durch Rechtsschutzversicherung und Gegenseite

 

Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen und hat diese eine Deckungszusage erteilt, übernimmt sie die anfallenden Kosten. Meistens besteht eine Selbstbeteiligung. Deren Höhe fällt unterschiedlich aus. Üblich sind 150 € pro Rechtsschutzfall. 

Grundsätzlich gilt die Faustregel: wer verliert, muss zahlen. Also der Gegenseite deren Verfahrenskosten erstatten.

welche Gebühren fallen an?

 

Auch hier kommt es wieder auf die Art der anwaltlichen Tätigkeit an. 

Es kann eine Erstberatungsgebühr entstehen. Für die außergerichtliche Tätigkeit in der Regel eine Geschäftsgebühr. Kommt es zu einem Vergleichsabschluss erhält der Anwalt dafür eine Vergleichsgebühr. Für Gerichtsverfahren entstehen normaler Weise eine Verfahrensgebühr und Terminsgebühr.

Treffen die Parteien keine ausdrückliche Vereinbarung über die Gebühren, sind diese zwingend nach dem RVG, dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abzurechnen. Die Gebührenhöhe legt in diesen Fällen der Streitwert fest.  Der hängt ab vom Wert des Streitgegenstands. Müssen Sie eine Forderung in Höhe von € 2.000,00 abwehren oder durchsetzen, beträgt der Streitwert € 2.000,00. 

Je höher der Streitwert, desto höher fallen die Anwaltsgebühren aus. Bei einem Streitwert von € 5.000,00 beträgt die durchschnittliche 1,3 Geschäftsgebühr € 434,20 (netto). Beträgt der Streitwert € 10.000,00 erhöht sich die 1,3 Geschäftsgebühr auf € 798,20.

Mit dem PROZESSKOSTENRECHNER des deutschen Anwaltvereins können Sie sich selber einen Überblick über die Anwaltskosten verschaffen. Einfach auf PROZESSKOSTENRECHNER klicken und Sie werden dorthin weiter geleitet.

Vergütungsvereinbarung

 

Vergütungsvereinbarungen mit Stundensätzen, wie aus amerikanischen Anwaltsserien, sind gegenüber Privatleuten eher selten und kommen eher im Rahmen von Firmenberatungen vor.

Vergütungsvereinbarungen müssen, dem Wortlaut entsprechend, vereinbart werden. Ansonsten gilt die gesetzliche Vergütung gemäß dem RVG. Die Vereinbarung muss in Textform abgeschlossen werden. Sonst ist sie nicht gültig. Der Anwalt muss Sie ausdrücklich auf wichtige Umstände hinweisen. Vor allem darauf, dass im Erfolgsfall die Kosten von der Gegenseite nur in Höhe der gesetzlichen Gebühren erstattet werden müssen. Die Kosten eine Vergütungsvereinbarung können höher ausfallen, als die gesetzlichen Gebühren.

 

Erfolgshonorare

 

Erfolgshonorare, wie in Amerika, sind in Deutschland, bis auf wenige Ausnahmen, nicht erlaubt.

Welche Kosten für in der Anwaltskanzlei Raters auf Sie zukommen, wird auf der Seite Kostenstruktur der Anwaltskanzlei Raters erklärt. Einfach auf den Link klicken.