Labrador auf Samtpfoten? Oder Schutz- und Fürsorgepflichten des Mieters einer Wohnung

Der Mieter einer Wohnung ist zu Schutz und Fürsorge hinsichtlich seines Vertragspartners und der Mietsache verpflichtet, so das Landgericht Koblenz in einem Urteil vom 06.05.2014 (Az. 6 S 45/14).

Der Mieter muss, so das Landgericht:

„die Mietsache schonend und pfleglich behandeln und alles unterlassen, was zu einem Schaden an der Mietsache führen kann. Die Obhutspflicht beschränkt sich nicht nur auf das Unterlassen von Beschädigungen der Mietsache, sondern verlangt im zumutbaren und gebotenen Umfang auch ein positives Tun des Mieters zur Schadensvermeidung bzw. – abwendung.“

 

Davon abzugrenzen ist eine Abnutzung der Mietsache im Sinne des § 538 BGB (Abnutzung der Mietsache durch vertragsgemäßen Gebrauch).

Zum Streit kam es zwischen Vermieter und Mieter nach dem Auszug. Der Mieter war Hundehalter eines Labradors. Ihm war die Hundehaltung ausdrücklich erlaubt worden. Die Krallen des Hundes hatten das Parkett erheblich zerkratzt. Das Landgericht, wie auch vorhergehend das Amtsgericht, entschieden, dass solche Schäden nicht als Abnutzung durch vertragsgemäßen Gebrauch zu werten sind. Vielmehr sei der Mieter aufgrund der ihm obliegenden Obhutspflicht aufgefordert, die Wohnung im zumutbaren Maße vor Schäden durch den Hund zu bewahren.

Als zumutbar sahen die Richter es an, den Hund aus bestimmten Räumen auszusperren (denen mit Parkettboden) oder den empfindlichen Parkettboden durch Teppich abzudecken. Alternativ, so das Gericht weiter, hätte der Mieter „die Krallen des Hundes mit Kratzschutz, etwa im Handel erhältlichen Hundesocken ausstatten können.“

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