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Durchschnittliche Scheidungsquote

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Scheidungsrisiko nach 16 Ehejahren

Scheidung:

Ein paar Daten, Zahlen, Fakten

Das statistische Bundesamt hat für das Jahr 2013 ermittelt, dass 169.833 Ehen geschieden wurden. Das Scheidungsrisiko betrug damit im Schnitt 36%. Mehr als jede dritte Ehe wird also geschieden.

Gute Chancen bestehen, das erste Ehejahr zu überstehen. Hier beträgt das Scheidungsrisiko lediglich 0,1 % (41 Scheidungen).

Im zweiten Ehejahr hingegen besteht schon ein Scheidungsrisiko von 14,9 %. Das Risiko steigt an; bis zum sechsten Jahr ist eine Quote von 24% erreicht.

Ist diese Zeit „überstanden“, sinkt das Scheidungsrisiko. Nach 15 Jahren beträgt es „nur“ noch 13,1%. Dann aber steigt es auf den höchsten Wert an. Über jede zweite Ehe, die 16- 20 Jahre andauert, wird geschieden, die Quote beträgt hier 56,1%.

Auch nach 26 Jahren!!! besteht noch große Gefahr für die Ehe. Die Scheidungsquote ist in diesem Bereich mit 47,4% am zweithöchsten.

Scheidungsanträge werden häufiger von Frauen als von Männern gestellt.

Was tun, wenn das Zusammenleben nicht mehr funktioniert?

Im Falle einer Scheidung ist der Gang zum Anwalt unverzichtbar. Denn für die Scheidung besteht vor dem Amtsgericht Anwaltszwang.

Das bedeutet nicht, dass eine einvernehmliche Scheidung ausgeschlossen ist und beide Ehepartner jeweils einen Anwalt haben müssen. Es kann auch ein Anwalt beide Partner bei einer einvernehmlichen Scheidung beraten. Er muss aber ganz deutlich zu Beginn der Beratung darauf hinweisen, dass er keinen der beiden Ehepartner mehr vertreten darf, wenn diese sich doch noch Streiten sollten und den Streit nicht einvernehmlich regeln können. Das ist für den Anwalt besser, als für die Scheidungswilligen. Denn der Anwalt muss bezahlt werden und ein neuer muss her, der ebenfalls nicht umsonst arbeiten wird.

Häufig sind beide Scheidungswiligen durch einen Anwalt vertreten. Dass macht meist auch Sinn. Denn neben der Aufhebung der Ehe, also der Scheidung, sind häufig Scheidungsfolgen zu klären. Scheidungsfolgen sind z.B.:

  • Fragen des Versorgungsausgleichs,
  • des Unterhalts (Trennungs-, Nachehelicher,- sowie Kindesunterhalt),
  • Nutzung der Ehewohnung,
  • Verteilung der Haushaltsgegenstände,
  • Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder.

Gesetzliche Grundlagen der Eheschließung und Scheidung finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch, dem BGB.

Eheschließung

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch wird eine Ehe dadurch geschlossen, dass die Eheschließenden vor dem Standesbeamten erklären, die Ehe miteinander eingehen zu wollen (§ 1310 Abs. 1 S. 1 BGB).

Wer heiratet, muss die erforderliche Erklärung vor dem Standesbeamten persönlich abgeben und der Ehepartner muss dabei anwesend sein, § 1311 BGB. Braut oder Bräutigam können sich also beim Ja-Wort nicht vertreten lassen!

Scheidung

Die vor dem Standesbeamten geschlossene Ehe kann nur durch richterliche Entscheidung auf Antrag aufgehoben werden, § 1313 BGB.

Bei einer Ehedauer von bis zu 3 Jahren findet ein Versorgungsausgleich nur auf Antrag eines Ehegatten statt. Bei einer Ehedauer von über 3 Jahren wird der Versorgungsausgleich von Amts wegen durchgeführt.

Ehevertrag

Die Eheschließenden können vor oder nach der Hochzeit Eheverträge abschließen, § 1408 BGB. Der Ehevertrag muss gem. § 1410 BGB bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile zur Niederschrift eines Notars geschlossen werden.